des BDF Rheinland-Pfalz zur Landtagswahl am 22. März 2026

Im Hinblick auf die am 22. März 2026 stattfindende Landtagswahl hat der BDF Rheinland-Pfalz Anfang Dezember 2025 die im Landtag vertretenen Parteien angeschrieben und um Stellungnahmen zu forstlichen und berufsständischen Themen gebeten. Von fünf Parteien liegen uns Antworten vor, die wir übersichtlich zusammengestellt haben.

 
Nachfolgende finden Sie unsere Fragen an die Parteien und deren Antworten:
 
Zur besseren Übersicht haben wir die Antworten gruppiert und "eingeklappt". Ein Klick auf das "+"-Zeichen öffnet den jeweiligen Antworttext.

1. Wie sehen Sie die Organisation/Struktur und Leistungsfähigkeit der Forstverwaltung in Rheinland-Pfalz?

SPD
Mit einem Waldanteil von 42 Prozent ist Rheinland-Pfalz das waldreichste Bundesland Deutschlands und trägt damit besondere Verantwortung für Klima, Natur und Zukunft. Doch unser Wald steht im Klimawandel vor historischen Herausforderungen. Holz als nachwachsender und erneuerbarer Rohstoff bleibt unverzichtbar für das Gelingen der Energiewende und stärkt zugleich gerade in ländlichen Regionen die regionale Wertschöpfung. Die notwendige Transformation der Forstwirtschaft gestalten wir als generationenübergreifende Zukunftsaufgabe und setzen dabei auf eine starke Partnerschaft mit den Waldbesitzenden als verlässliche Akteure und erste Ansprechpartner im anstehenden Strukturwandel.
 
In Rheinland-Pfalz hat sich die Organisationsstruktur mit dem Landesbetrieb Landesforsten Rheinland-Pfalz und den örtlichen Gemeinschaftsforstämtern als tragfähig und zukunftsorientiert erwiesen. Sie schafft klare Zuständigkeiten, bündelt fachliche Kompetenzen und ermöglicht eine enge Zusammenarbeit zwischen Land, Kommunen und privaten Waldbesitzenden. Damit ist eine verlässliche und möglichst effiziente Steuerung der forstlichen Aufgaben im ganzen Land gewährleistet. Angesicht der massiven Herausforderungen durch den Klimawandel ist diese Struktur auch besonders wertvoll: Sie erlaubt ein koordiniertes, schnelles Handeln und unterstützt den notwendigen Waldumbau hin zu stabilen, klimaanpassungsfähigen Mischwäldern. Wissenschaftliche Erkenntnisse können landesweit einheitlich umgesetzt und gleichzeitig regional angepasst werden.
 
Dieser Erfolg ist dem übergroßen Engagement aller Beteiligten zu verdanken, allen voran den Beschäftigten von Landesforsten und fundierten politischen Weichenstellungen. Als SPD in Rheinland-Pfalz stehen wir für eine leistungsfähige Forstverwaltung. Deshalb prüfen wir Organisationsstrukturen regelmäßig und entwickeln sie bei Bedarf zusammen mit den Betroffenen weiter – immer mit dem Ziel, den Wald als Gemeingut zu schützen und für kommende Generationen zu sichern.
CDU

Aus Sicht der CDU Rheinland-Pfalz zeichnet sich die Forstverwaltung unseres Landes durch eine klare Struktur, hohe fachliche Kompetenz und ein großes Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus. Insbesondere die Arbeit von Landesforsten Rheinland-Pfalz gewährleistet eine flächendeckende Betreuung des Staatswaldes sowie eine verlässliche Beratung für Kommunen und private Waldbesitzerinnen und -besitzer. Die Kombination aus regionaler Präsenz, wissenschaftlicher Begleitung und praktischer Erfahrung bildet eine tragfähige Grundlage, um den Wald als Wirtschafts-, Natur- und Erholungsraum nachhaltig zu sichern. Vor dem Hintergrund zunehmender klimatischer Herausforderungen verdient die tägliche Arbeit der Forstleute besondere Anerkennung, da sie mit großem Verantwortungsbewusstsein zur Stabilität und Zukunftsfähigkeit unserer Wälder beitragen.

Bündnis 90/Die Grünen

Die Forstverwaltung in Rheinland-Pfalz ist für uns ein zentraler Pfeiler einer nachhaltigen und klimastabilen Entwicklung unseres Landes. Als waldreichstes Bundesland tragen wir eine besondere Verantwortung – ökologisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich. Die bestehende Struktur ist aus unserer Sicht grundsätzlich trag- und leistungsfähig. Gleichzeitig steigen die unterschiedlichen Anforderungen an den Wald durch Waldumbau, Klimafolgen und Biodiversitätsschutz erheblich. Deshalb wollen wir die Forstverwaltung personell und finanziell weiter unterstützen und zukunftsfest aufstellen. Ein Schwerpunkt liegt für uns in der Akquirierung und Sicherung von Fachkräften. In unseren Forstbehörden wollen wir eine gute Ausbildung und attraktive Arbeitsbedingungen gewährleisten. Dazu gehören der Ausbau der Ausbildungskapazitäten und perspektivisch ein eigenständiger Studiengang im Bereich Forsten. Qualifizierte Fachkräfte sind die Voraussetzung für einen erfolgreichen Waldumbau, die Klimaanpassung und die nachhaltige Holznutzung. Gleichzeitig unterstützen wir FSC-Zertifizierungen und Dauerwaldkonzepte, stärken naturnahe, klimastabile Mischwälder und bauen die Beratung für private und kommunale Waldbesitzende durch die Gemeinschaftsforstämter weiter aus. Darüber hinaus setzen wir auf eine moderne, leistungsfähige Verwaltung. Wir treiben die Digitalisierung voran und nutzen neue Technologien wie Fernerkundung zur besseren Steuerung und Planung. Unser Ziel ist eine starke, fachlich exzellente Forstverwaltung, die ökologische Stabilität, wirtschaftliche Tragfähigkeit und gesellschaftliche Erwartungen gleichermaßen im Blick behält. Dafür stehen wir GRÜNE mit unserem Wahlprogramm.

FDP

Die Forstverwaltung in Rheinland-Pfalz ist mit dem Gemeinschaftsforstamt und Landesforsten grundsätzlich gut und leistungsfähig aufgestellt. Diese Struktur ermöglicht eine einheitliche fachliche Steuerung und eine enge Verzahnung von Staats-, Kommunal- und Privatwald. Dennoch muss gewährleistet sein, dass die teils unterschiedlichen Interessen der verschiedenen Akteure hier ausreichend berücksichtigt werden. Entscheidend für die Zukunft ist für uns Freie Demokraten, dass nicht nur verwaltet, sondern gerade im Staatswald aktiv gestaltet wird – mit klaren Zuständigkeiten, ausreichenden Entscheidungsspielräumen vor Ort und moderner Führungskultur. Leistungsfähigkeit hängt dabei unmittelbar von der Qualität des Personals, der Ausstattung und damit auch der Attraktivität des Arbeitgebers ab. Durch zunehmende Digitalisierung der Verwaltung wollen wir diese von sich wiederholender Bürokratie entlasten, um mehr Zeit für wichtigere Aufgaben zu haben.

Freie Wähler

Aus vielen Gesprächen ist uns bekannt, dass vielfach Probleme bestehen, geeignete Fachkräfte im Bereich Forsten zu finden. Dies führt u.a. dazu, dass Reviere unterbesetzt sind. Der Versuch, dem durch Zusammenlegung von Revieren entgegenzuwirken, erscheint uns nicht zielführend, er führt aus unserer Sicht am Ende zu weniger Personal, das noch mehr Arbeit bewältigen muss. Wir halten die bisherige Organisation im Grundsatz für sinnvoll (Verbesserungen im Detail sind immer denkbar und müssen diskutiert werden), jedoch muss durch Abbau von Bürokratie mehr Kapazität für die eigentlichen Aufgaben und damit auch für eine höhere Attraktivität der Tätigkeiten im Forstbereich gesorgt werden.

2. Wie sichern wir genügend Personal, insbesondere im Beschäftigtenbereich der Waldarbeit und der Verwaltungskräfte vor dem Hintergrund einer sich weiter verschlechternden Vergütung gegenüber dem TVöD?

SPD
Die Sicherung von Fachkräften bei Landesforsten ist eine zentrale Voraussetzung dafür, unsere Wälder auch in Zukunft nachhaltig zu bewirtschaften, um ihre vielfältigen Funktionen für Klima-, Natur- und Artenschutz sowie für die Gesellschaft langfristig zu erhalten. Angesichts des demografischen Wandels und eines zunehmenden Wettbewerbs um qualifiziertes Personal ist klar: Fachkräftesicherung muss aktiv gestaltet werden.
 
Bereits heute sind zahlreiche Maßnahmen zur Stärkung von Landesforsten als Arbeitgeber angelaufen. Mit den Mitteln des Doppelhaushalts für die Jahre 2025/2026 hat die SPD-geführte Landesregierung weitere Weichen zur Fachkräftesicherung gestellt: Dazu gehören 30 zusätzliche Ausbildungsstellen pro Jahr für die Ausbildungsoffensive von Landesforsten sowie ein wichtiger Strukturfortschritt durch die Verankerung des forsttechnischen Dienstes in der Beamtenlaufbahn. Die damit verbundenen Stellenhebungen von A9 nach A10 im gehobenen Dienst setzen ein klares Signal der Anerkennung. Für die Forstwirtinnen und Forstwirte müssen ebenfalls monetäre (tarifvertragliche) Verbesserungen erreicht werden, um dem gewachsenen Aufgabenspektrum gerecht zu werden. Ergänzt werden diese Maßnahmen durch moderne Fort- und Weiterbildungsangebote, verbesserte Arbeitsbedingungen durch zeitgemäße Technik, Ausstattung und Digitalisierung sowie durch gezielte Schritte zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
 
Die SPD in Rheinland-Pfalz setzt sich dafür ein, diesen Weg konsequent fortzuführen. Ziel ist, Landesforsten dauerhaft als attraktiven, sicheren und zukunftsorientierten Arbeitgeber am Markt zu positionieren. Als ein Arbeitgeber, dem es gelingt, hochqualifizierte Fachkräfte zu binden und langfristig zu halten. Gute Arbeit, verlässliche Beschäftigung und faire Bezahlung gehören dabei ebenso dazu wie die gesellschaftliche Wertschätzung der Arbeit der Beschäftigten im Wald. Denn nur mit gut ausgebildeten und hoch motivierten Fachkräften kann Landesforsten seine wichtigen Aufgaben für kommende Generationen zum Wohle aller erfüllen.

 

CDU

Die Sicherung von ausreichendem Personal im Bereich der Waldarbeit und der Verwaltung kann nur gelingen, wenn wir die Attraktivität des Arbeitgebers Landesforsten Rheinland-Pfalz insgesamt stärken. Dazu gehört perspektivisch eine wettbewerbsfähige Vergütung, die die besonderen körperlichen und fachlichen Anforderungen der Waldarbeit angemessen berücksichtigt, ebenso wie ergänzende Zulagenmodelle und verlässliche Entwicklungsperspektiven. Gleichzeitig müssen moderne Arbeitsbedingungen, gute Ausstattung, flexible Arbeitszeitmodelle und klare Fortbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten selbstverständlich sein. Eine verstärkte Nachwuchswerbung, mehr Ausbildungsplätze sowie transparente Übernahme- und Karrierewege sind ebenso entscheidend. Nur wenn Wertschätzung, faire Rahmenbedingungen und berufliche Perspektiven erkennbar zusammenkommen, wird es gelingen, qualifizierte Fachkräfte langfristig zu gewinnen und zu halten.

Bündnis 90/Die Grünen

Wir GRÜNE unterstützen faire und wettbewerbsfähige Tarifabschlüsse im Forstbereich ausdrücklich. Eine angemessene Vergütung ist entscheidend, um die Leistungsfähigkeit von Landesforsten dauerhaft zu sichern – insbesondere vor dem Hintergrund der wachsenden Unterschiede zwischen TV-L und TVöD. Der Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte nimmt spürbar zu. Gute Bezahlung ist daher ein zentraler Baustein zur Fachkräftesicherung. Gleichzeitig wurden wichtige strukturelle Weichen gestellt: Mit einer Ausbildungsoffensive und dadurch zusätzlichen Ausbildungsstellen in den Haushaltsjahren 2025 und 2026 sowie der Anhebung der Besoldung im 3. Einstiegsamt von A 9 auf A 10 LBesG stärken wir gezielt die Attraktivität des forstlichen Dienstes. Auch langfristige Personalplanung, Nachwuchsförderung und moderne Arbeitsbedingungen tragen dazu bei, qualifizierte Beschäftigte zu gewinnen und zu halten. Perspektivisch setzen wir GRÜNE uns zudem für die Etablierung eines eigenen rheinland-pfälzischen Studiengangs zur nachhaltigen Forstwirtschaft ein, um Fachkräfte im Land auszubilden und dauerhaft zu binden. Unser Ziel ist klar: Eine starke Forstverwaltung braucht motivierte, gut ausgebildete und fair vergütete Beschäftigte. Der Wald ist ein bedeutender Arbeitgeber und ein zentraler Bestandteil regionaler Wertschöpfung. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass die besonderen Anforderungen forstlicher Berufe auch bei zukünftigen Tarifverhandlungen angemessen berücksichtigt werden.

FDP

Ohne ausreichend qualifiziertes und motiviertes Personal ist eine zukunftsfähige Forstwirtschaft nicht möglich. Wir setzen uns dafür ein, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Forstverwaltung verbessert und strukturelle Nachteile abgebaut werden. Neben der Bezahlung spielen aber auch Arbeitsbedingungen, Entwicklungsperspektiven, moderne Ausstattung und Vereinbarkeit von Beruf und Familie eine zentrale Rolle. Der öffentliche Arbeitgeber muss hier attraktiver werden, um Fachkräfte zu gewinnen und langfristig zu binden. Nicht zuletzt ist der nachhaltigste Weg zu neuen Fachkräften die Ausbildung dieser. Aus diesem Grund setzen wir einen starken Fokus auf die (Aus-)Bildung der Fachkräfte von morgen.

Freie Wähler

Wer die Attraktivität eines Berufes steigern will, muss zunächst für eine angemessene Entlohnung sorgen. Aus unserer Sicht sollte der Bereich der öffentlichen Forstwirtschaft bezüglich der Entlohnung in den TVöD eingegliedert oder zumindest diesem gleichgestellt werden.

3. Die Mitarbeitenden von Landesforsten sind seitens ihres Arbeitgebers aufgefordert, ihre Privatfahrzeuge für die Arbeit im Wald einzusetzen. Es stehen nicht in allen Arbeitsbereichen Dienstfahrzeuge zur Verfügung. Wie stehen Sie zu der Forderung des BDF, für dienstlich notwendige Fahrten flächendeckend Dienstfahrzeuge zur Verfügung zu stellen?

SPD

Mit dem BDF gibt es einen kontinuierlichen, wertschätzenden und konstruktiven Austausch zur Autonutzung. Es war ein Erfolg des BDF, dass sich in der aktuellen Legislaturperiode bei der Wegstreckenentschädigung für private PKW spürbare Verbesserungen ergeben haben. Unser Ziel ist es, das Thema PKW-Nutzung möglichst dauerhaft und zur Zufriedenheit aller Beteiligten zu lösen; dazu gehört auch, die Fahrzeugflotte von Landesforsten weiter mit für die Waldbewirtschaftung geeigneten PKWs auszustatten. Im engen Dialog mit dem BDF wollen wir in den nächsten Monaten daran arbeiten, tragfähige Lösungen zu entwickeln – denn gerade vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftemangels kann und darf die Verfügbarkeit eines PKWs kein ausschlaggebender Faktor für den Verbleib oder Nicht-Verbleib bei Landesforsten sein.

CDU

Es ist nachvollziehbar und berechtigt, dass der Bund Deutscher Forstleute fordert, für dienstlich notwendige Fahrten grundsätzlich Dienstfahrzeuge zur Verfügung zu stellen.  Wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Landesforsten Rheinland-Pfalz regelmäßig ihre privaten Fahrzeuge im oft anspruchsvollen Gelände einsetzen müssen, trägt dies nicht nur ein erhöhtes Kosten- und Verschleißrisiko, sondern wirft auch Fragen der Arbeitssicherheit, Haftung und Wertschätzung auf. Dienstlich veranlasste Mobilität ist Aufgabe des Arbeitgebers. Deshalb sollte mittelfristig eine bedarfsgerechte, flächendeckende Ausstattung mit geeigneten Dienstfahrzeugen angestrebt werden – insbesondere in Bereichen mit hoher Außendiensttätigkeit. Übergangsweise können klare und faire Erstattungsregelungen notwendig sein, langfristig ist jedoch eine moderne, arbeitgeberseitig bereitgestellte Fahrzeugausstattung Ausdruck von Professionalität und Fürsorgepflicht.

Bündnis 90/Die Grünen

Die Frage der Fahrzeugausstattung ist für die Arbeitsrealität bei Landesforsten von großer Bedeutung. Derzeit wird ein Mischmodell praktiziert: In vielen Bereichen stehen Poolfahrzeuge zur Verfügung, zugleich nutzen insbesondere Revierleitungen ihre Privatfahrzeuge mit entsprechender Entschädigungsregelung. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Nutzung des Privatfahrzeugs von vielen Forstleuten ausdrücklich gewünscht ist, weil sie ein hohes Maß an Flexibilität ermöglicht – insbesondere bei direkter Anfahrt ins Revier ohne Umweg über das Forstamt. Diese Flexibilität ist im Flächenland Rheinland-Pfalz ein nicht zu unterschätzender praktischer Vorteil. Gleichzeitig ist wichtig, dass dieses Modell fair ausgestaltet ist. Wer sein Privatfahrzeug dienstlich nutzt, muss dafür eine angemessene und wettbewerbsfähige Entschädigung erhalten. Rheinland-Pfalz liegt hier bereits im bundesweiten Vergleich auf einem hohen Niveau. Gleichwohl halten wir es für richtig, die Höhe und Ausgestaltung der Fahrtpauschale regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen, um Kostensteigerungen und veränderte Rahmenbedingungen angemessen zu berücksichtigen. Parallel dazu wird die Fahrzeugflotte von Landesforsten kontinuierlich weiterentwickelt. Rund 20 % der etwa 400 Fahrzeuge sind bereits elektrifiziert – ein im Bundesvergleich sehr hoher Wert. Die weitere Beschaffung von Poolfahrzeugen sowie der Ausbau der Ladeinfrastruktur wollen wir weiter vorantreiben. Ziel ist es, dort Dienstfahrzeuge bereitzustellen, wo sie organisatorisch sinnvoll und praktikabel sind, ohne die bewährte Flexibilität des bestehenden Modells einzuschränken. Aus GRÜNER Sicht sollte es daher nicht um ein starres „Entweder oder“ gehen, sondern um eine praxisgerechte Lösung. Entscheidend sind gute Arbeitsbedingungen, Flexibilität im Revier und eine Lösung, die gemeinsam mit den Beschäftigten weiterentwickelt wird.

FDP

Wir halten die Forderung nach flächendeckend verfügbaren Dienstfahrzeugen grundsätzlich für berechtigt. Wer im Auftrag des Landes im Wald arbeitet, darf nicht dauerhaft auf private Fahrzeuge angewiesen sein. Dienstfahrzeuge sind eine Frage von Arbeitsschutz, Fairness und Professionalität. Wir Freien Demokraten haben in den vergangenen zehn Jahren für eine seriöse Haushaltspolitik gesorgt – dies wollen wir fortsetzen. Eine moderne Forstverwaltung muss ihre Beschäftigten daher im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel angemessen ausstatten, um effizientes und sicheres Arbeiten zu ermöglichen.

Freie Wähler

Es sollte selbstverständlich sein, dass für aus dem Dienst resultierende Fahrten in ausreichender Menge Dienstfahrzeuge zur Verfügung stehen. Fahrten zu Dienstzwecken mit privaten PKW sollten die Ausnahme und auf keinen Fall ein Dauerzustand sein. Hinzu kommt, dass es bei den Tätigkeiten in der Forstwirtschaft sicherlich Fahrten gibt, für die ein normaler privater PKW nicht geeignet ist.

4. Regional trägt die Holzproduktion wesentlich zur lokalen Wertschöpfung bei – von der stofflichen Verwendung bis hin zur energetischen Verwertung als Alternative zu fossilen Energieträgern in privaten Haushalten und öffentlichen Einrichtungen. Wo sehen Sie zukünftig den Stellenwert des Waldes bezogen auf die Energieversorgung z.B. durch nachwachsende Rohstoffe?

SPD

Holz ist für uns ein Zukunftsrohstoff: erneuerbar, regional verfügbar und gleichermaßen unverzichtbar für eine erfolgreiche Energiewende. Ein gesunder Wald und eine nachhaltige Waldbewirtschaftung bildet dafür die Grundlage, sichert regionale Wertschöpfung und stärkt verlässliche Wirtschaftskreisläufe von der Forstwirtschaft bis zur heimischen Säge- und Bauindustrie. Diesen Weg gehen wir als SPD konsequent weiter, indem wir die Waldwirtschaft durch das enge Zusammenspiel von Wissenschaft, Forschung und Praxis gezielt stärken und noch leistungsfähiger machen wollen. Dabei setzen wir klar auf die stoffliche Nutzung von Holz und ermöglichen eine maßvolle energetische Nutzung im Einklang mit den bewährten Konzepten zum Beispiel für Biotop- und Totholz.

CDU

Holz ist ein regional verfügbarer, nachwachsender Rohstoff und kann – insbesondere in der Restholz- und Nebenproduktverwertung – einen sinnvollen Beitrag zur Substitution fossiler Energieträger leisten, gerade im ländlichen Raum. Für uns gilt dabei klar der Grundsatz der Kaskadennutzung: Vorrang hat die stoffiche Verwendung von Holz mit möglichst langer CO₂-Bindung, etwa im Bauwesen; energetisch genutzt werden sollten vor allem nicht anderweitig verwertbare Sortimente sowie Durchforstungs- und Kalamitätsholz.


Der Stellenwert des Waldes in der Energieversorgung liegt damit weniger in einer Ausweitung der Holzentnahme, sondern in einer intelligenten, nachhaltigen Nutzung vorhandener Potenziale innerhalb der natürlichen Zuwachsgrenzen. Regionale Wärmenetze, kommunale Einrichtungen und private Haushalte können von dieser Form der Energieversorgung profitieren, wenn sie effizient organisiert und klimaverträglich ausgestaltet ist. Entscheidend bleibt jedoch: Die Sicherung stabiler, klimaresilienter Wälder und ihre Funktion als CO₂-Senke haben oberste Priorität. Energieholz ist ein Baustein der Energiewende – aber eingebettet in nachhaltige Bewirtschaftung und regionale Wertschöpfung.

Bündnis 90/Die Grünen

Für uns GRÜNE spielt der Wald auch künftig eine wichtige Rolle. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff mit großer Bedeutung als Bauholz und regionaler Energieträger. Im Holzbau liegt erhebliches Potenzial für Klimaschutz und Wertschöpfung, da Holz energieintensive Baustoffe ersetzen und Kohlenstoff langfristig binden kann. Rest- und Schwachholz können zudem sinnvoll zur regionalen Wärmeversorgung beitragen. Grundlage ist eine nachhaltig bewirtschaftete, klimaangepasste Mischwaldstruktur mit FSC-Standards, Dauerwaldkonzepten sowie Biotopbäumen und Totholz als feste Bestandteile. Mit dem Klimabündnis Bauen Rheinland-Pfalz und „Holz von Hier®“ stärken wir regionale Lieferketten, kurze Wege und transparente Herkunft. Bauen mit Holz und anderen Naturmaterialien wollen wir zum Standard machen und Kommunen dabei unterstützen. Gleichzeitig investieren wir mit der Wald-Klima-Offensive 50 Millionen Euro über fünf Jahre in Waldumbau, Wasserrückhalt, Klimaschutzwälder und die langfristige Kohlenstoffbindung im Holzbau. So verbinden wir aktiven Waldumbau mit regionaler Wertschöpfung. Diese Initiativen wollen wir weitere stärken und dabei gezielt die Praxis miteinbinden. Für uns gilt der Grundsatz der Kaskadennutzung: Holz soll vorrangig stofflich und erst am Ende energetisch genutzt werden. Entscheidend bleibt ein naturnaher, klimaresilienter Wald. Nur so kann er CO₂-Senke, Lebensraum, Wasserspeicher und zugleich nachhaltiger Rohstofflieferant sein. Gleichzeitig bleibt für uns entscheidend: Grundlage jeder Nutzung ist ein naturnaher, klimaangepasster Wald. Wir wollen unsere Wälder und ihre Ökosystemleistungen auch in der Klimakrise erhalten.

FDP

Der Wald wird künftig eine noch wichtigere Rolle in einer diversifizierten und regionalen Energieversorgung spielen. Holz als nachwachsender Rohstoff leistet insbesondere im ländlichen Raum einen Beitrag zur Wärmeerzeugung und zur Reduzierung fossiler Energieträger. Für uns Freie Demokraten gilt dabei der Grundsatz der Kaskadennutzung: stoffliche Nutzung vor energetischer Verwertung. Eine nachhaltige Holzenergie stärkt regionale Wertschöpfung, darf aber nicht ideologisch überfrachtet oder durch Überregulierung ausgebremst werden.

Freie Wähler

Nachwachsende Rohstoffe werden aus unserer Sicht (nicht nur) in der Energieversorgung eine zunehmende Rolle spielen. Damit wird auch die Bedeutung der Forstwirtschaft zunehmen. Diese zukunftsfähig zu machen ist eine dringende Aufgabe der Politik. Unsere Wälder sind ein unverzichtbarer Baustein für unsere Zukunft, als Energieträger, als Klimaschutz und als Erholungsgebiete.

5. Auf Grund von Einschränkungen durch europäische und nationale Vorgaben wird die Bewirtschaftung des Waldes zunehmend erschwert. Beispiele hierfür sind EUDR, das Nature Restoration Law oder die Biodiversitätsstrategie, Naturschutzrecht, Klimaschutzauflagen, Zertifizierungsvorgaben sowie zusätzliche Berichtspflichten. Wie sollten Ihrer Meinung nach unter diesen Einschränkungen Waldbesitzende und Waldbewirtschaftende in Zukunft die verschiedenen Funktionen des Waldes – also Nutzung, Schutz und Erholung – sicherstellen?

SPD
Wir wollen Holz als nachwachsenden und ökologischen Rohstoff weiter fördern und als wichtigen Anker für regionale Wertschöpfung erhalten. Im Rahmen einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung priorisieren wir die stoffliche Nutzung von Holz, einschließlich der Bereitstellung von Nadelholz für die heimische Säge- und Bauindustrie. Zugleich sichern wir den maßvollen Zugang zur energetischen Nutzung von Waldrestholz im Einklang mit den vorhandenen Konzepten für Biotop- und Totholz.
 
Wir sind den Waldbesitzenden und Waldbewirtschaftenden außerordentlich dankbar dafür, dass sie auch künftig mit großem Engagement, fachlicher Kompetenz und persönlicher Leidenschaft die vielfältigen Funktionen des Waldes sichern. Als Verantwortliche für den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen verdienen sie Respekt und Rückendeckung sowie möglichst gute Rahmenbedingungen. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass höhere Anforderungen an die Waldbewirtschaftung stets mit tragfähigen Finanzierungsinstrumenten auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene verbunden sind. Die SPD-geführte Landesregierung hat etwa mit der Walderklärung sowie zuletzt mit der Klima- und Waldoffensive klar gezeigt, welche zentrale Bedeutung der Wald und seine Resilienz gegenüber dem Klimawandel haben. Wir setzen uns dafür ein, dass dieses Engagement auch in Zukunft konsequent fortgeführt wird.
CDU

Waldbesitzer und Waldbewirtschafter dürfen mit den wachsenden europäischen und nationalen Vorgaben – etwa durch die EU Deforestation Regulation (EUDR) oder das Nature Restoration Law – nicht allein gelassen werden. Nutzung, Schutz und Erholung sind gleichrangige Funktionen unseres Waldes. Damit sie auch unter verschärften Auflagen gesichert werden können, braucht es vor allem praktikable, rechtssichere und verhältnismäßige Rahmenbedingungen.

 

Entscheidend ist aus unserer Sicht eine 1:1-Umsetzung europäischer Vorgaben ohne zusätzliche nationale Verschärfungen („Goldplating“), der Abbau unnötiger Bürokratie sowie eine stärkere Bündelung von Berichtspflichten. Gerade kleinere und kommunale Waldbesitzerinnen und -besitzer benötigen einfache, digitale Verfahren und fachliche Unterstützung, um Dokumentations- und Zertifizierungspflichten erfüllen zu können. Wo gesellschaftlich gewünschte Leistungen – etwa zusätzliche Biodiversitäts- oder Klimaschutzauflagen – über das wirtschaftlich Tragbare hinausgehen, müssen sie durch verlässliche Förderinstrumente und einen angemessenen finanziellen Ausgleich flankiert werden.

 

Gleichzeitig bleibt die nachhaltige, multifunktionale Forstwirtschaft das bewährte Leitbild. Durch standortangepasste, klimaresiliente Mischwälder, aktive Bewirtschaftung und regionale Wertschöpfung kann der Wald sowohl CO₂ binden als auch Holz bereitstellen und Erholungsraum bieten. Voraussetzung dafür ist jedoch Planungssicherheit für Investitionen und Generationenverantwortung. Unser Ziel ist daher ein ausgewogener Rahmen, der ökologische Ziele ernst nimmt, wirtschaftliche Tragfähigkeit sichert und die Verantwortung der Waldbesitzerinnen und -besitzer anerkennt.

Bündnis 90/Die Grünen

Wir GRÜNE brauchen einen funktionierenden Wald für uns Menschen – mit all seinen Funktionen. Der Wald ist Lebensraum, Klimaschützer, Wasserspeicher, Rohstoffquelle und Erholungsraum zugleich. Diese Multifunktionalität wollen wir auch unter veränderten europäischen Rahmenbedingungen sichern. Die EU-Wiederherstellungsverordnung sehen wir für Rheinland-Pfalz als Chance, unsere Wälder naturnah, klimaresilient und artenreich weiterzuentwickeln. Viele Waldbesitzende wirtschaften bereits nachhaltig – darauf bauen wir auf. Entscheidend ist für uns eine transparente Beteiligung aller Waldbesitzarten und eine praxisnahe nationale Umsetzung. Die Ziele des EU-Renaturierungsgesetzes sind für uns Richtschnur: Stärkung des Biotopverbundes, mehr Vielfalt in der Landschaft und der Umbau zu klimaangepassten Mischwäldern. Gleichzeitig lassen wir niemanden allein: Landesforsten hat ein Dienstleistungsangebot entwickelt, damit rheinland-pfälzische Waldbesitzende auch mit Einführung der EUDR weiterhin rechtssicher am Holzmarkt teilnehmen können. Auch in unserem Wahlprogramm bekennen wir uns klar zur Sicherung der biologischen Vielfalt. Die Pläne für Natura-2000-Gebiete setzen wir konsequent um und schreiben unsere Biodiversitätsstrategie fort. Der Erhalt von Biotopbäumen, Altbäumen und Totholz sowie naturnahe Bewirtschaftung stärken die Widerstandskraft unserer Wälder. Wichtig ist, dass europäische Ziele mit konkreten Förderinstrumenten unterlegt werden. Programme wie das „Klimaangepasste Waldmanagement“ und die Wald-Klima-Offensive unterstützen Waldumbau und Wasserrückhalt und machen aus rechtlichen Vorgaben praktische Unterstützung vor Ort. Unser Ansatz verbindet ökologische Leitplanken mit verlässlicher Förderung und Planungssicherheit. Nur ein klimaresilienter, artenreicher Wald kann zukünftig seine Schutz-, Nutz- und Erholungsfunktionen dauerhaft erfüllen.

FDP

Die multifunktionale Nutzung des Waldes kann nur gelingen, wenn Nutzung, Schutz und Erholung angemessen und praktikabel ausgestaltet werden. Dafür braucht es mehr Vertrauen in die fachliche Kompetenz der Waldbewirtschaftenden und weniger bürokratische Detailsteuerung. Zusätzliche Anforderungen aus EU- und Bundesrecht müssen praxistauglich umgesetzt und, wo sie Gemeinwohlleistungen betreffen, fair kompensiert werden. Nachhaltige Waldbewirtschaftung funktioniert nur dann dauerhaft, wenn sie auch wirtschaftlich tragfähig bleibt.

Freie Wähler

Der Wildwuchs von Bürokratie ist ein generelles Thema in Deutschland und in Europa. Die Forstwirtschaft ist hier allerdings in besonderem Maß betroffen. Wenn Revierförster mehr Zeit mit dem Ausfüllen von Formularen und Erstellen von Berichten verbringen als mit der eigentlichen Forstarbeit, dann muss etwas geändert werden.
Ein massiver Abbau von Bürokratie ist zwingend notwendig, nicht nur aber auch im Bereich der Forstwirtschaft. Hier müssen viele Regelungen auf den Prüfstand, sie müssen vereinfacht oder auch ganz abgeschafft werden. Berichte und Dokumentationen, die mit hohem zeitlichen Aufwand erstellt und dann für immer ohne Nutzen in Aktenschränke gestellt werden, machen keinen Sinn.

Hinweis:

Bei den oben abgedruckten Texten handelt es sich um die Original-Antworten der Parteien.

Der BDF Rheinland-Pfalz bedankt sich herzlich für die Beteiligung an dieser Umfrage.

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